Fremdbetreuungsindustrie in der Kritik

[Pressemitteilung vom 29. Januar 2019]

Stadtrat Julien Ferrat (MVP) hat sich im Zuge der andauernd hohen Zahlen von Inobhutnahmen durch das Mannheimer Jugendamt an die Stadtverwaltung gewandt. Kernkritikpunkt ist der fragwürdige Nutzen von Inobhutnahmen in Anbetracht der für das betroffene Kind oftmals traumatischen Trennung von den Eltern samt Folgeschäden.

In einer Anfrage an die Stadtverwaltung fragt Stadtrat Ferrat, wie viel Kosten in den vergangenen fünf Jahren durch die Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen in Heimen entstanden sind. Ebenso wird gefragt, wie viel Pflegegeld in den vergangenen fünf Jahren an die durch das Jugendamt vermittelten Pflegeeltern ausgezahlt wurde.

„Durch die Fremdunterbringung entstehen jährlich Kosten in Millionenhöhe. In Anbetracht dessen, dass sowohl Heimkinder als auch Pflegekinder als Hochrisikogruppe hinsichtlich psychischer Erkrankungen und strafrechtlicher Delikte gelten, gilt es die bisherige Praxis des städtischen Jugendamtes kritisch zu hinterfragen“, schreibt Ferrat an die Mannheimer Verwaltungsspitze.